Wir freuen uns, Ihr Interesse für den Tierschutz
auf Kefalonia geweckt zu haben.
Herbst 2011
Die anhaltende Wirtschaftskrise in Griechenland verschlechtert auch die Situation der Tiere.
Ausgesetzte Hunde, in Mülltonnen entsorgte Welpen, halb verhungerte Katzen sind Normalität,
und die Zahl nimmt zu. Unsere Auffangstationen sind überbelegt, die TierschützerInnen stehen
oft verzweifelt und hilflos vor schier unlösbaren Problemen.
Es gibt aber auch Positives zu berichten, so geht nun der Zwingerneubau für Lindas Hunde
zügig voran.
Höchste Zeit, denn etwa zwanzig ihrer vierunddreißg Hunde leben seit vergangenem
Frühjahr bei ihr im Haus. Da die meisten der Hundeausläufe durch Regen und Sturm
so stark beschädigt waren , dass sie abgerissen werden mussten, so gab es keine
andere Alternative, als die Hunde zu „evakuieren“.
Sie werden aber bald, hoffentlich noch vor den starken Regenfällen im Spätherbst und Winter,
auf ein trockenes Gelände, mit gemauerten Hütten, einziehen können.
Die Ausläufe sind überdacht, sodaß sie sowohl vor Regen als auch Sonne Schutz bieten.
Ohne großzügige Spenden, vor allem von der Tierschutzinitiative Pro-K und
den „Tierfreunden Kefalonia“ , aber auch vielen privaten Spendern, wäre das
nicht möglich gewesen.
Marina Kappatou bekam von der Gemeinde Argostoli ein 2000 m² großes Grundstück
in der Industriezone zur Verfügung gestellt, auf dem sie derzeit etwa 85 Hunde beherbergt
und es werden täglich mehr – abgesehen von den 40 Hunden , die noch bei ihr zu Hause leben
und aufgrund von Beschwerden ebenfalls dorthin übersiedelt werden müssen.
Wir unterstützen nun verstärkt Marina bei der Vermittlung ihrer Hunde, wobei uns die Reportage
über die Straßenhunde auf Kefalonia, in der Zeitschrift TINA (Nr.38), eine große Hilfe ist.
Es haben sich bereits viele Interessenten gemeldet und wir hoffen, dass einige der Hunde noch
vor Weihnachten in ihr neues Zuhause einziehen können. Die Vorbereitungen dafür laufen
auf Hochtouren, stellen uns aber gleichzeitig vor große Probleme. Einerseits belasten
die zusätzlichen Tierarzt- und Reisekosten unser ohnehin kleines Budget, andererseits gibt es
im Winter keine Charterflüge mehr. Wir bitten daher diejenigen unter Ihnen, die im Herbst
oder Winter mit Auto und Fähre über Italien nach Österreich , Deutschland oder die Schweiz
fahren und Platz für einen kleinen bis mittelgroßen Hund haben, sich bei uns zu melden.
Wir stellen natürlich Hundebox und Futter für die Reise zur Verfügung, auch für die Abholung
an einem Treffpunkt unterwegs wird gesorgt.
Bitte helfen Sie uns, damit möglichst viele unserer Tiere ein warmes Plätzchen bekommen.
Ansprechpartnerin Kefalonia:
Yvonne Walser, info@seakayakingkefalonia-greece.com
Ansprechpartnerin Österreich:
Eva Neumann, tierfreunde-kefalonia@gmx.at
Ansprechpartnerin Deutschland:
Michaela Amann, michaelaamann@tierschutz-pro-k.de
Die schon etwas länger auf der Straße leben und
überleben, schließen sich zumeist einem Rudel an.
Das führt aber in der Folge dazu, dass sich die
Tiere paaren und vermehren, da etwa
neunundneunzig Prozent
der ausgesetzten Tiere nicht kastriert sind.
Auf Grund der nachlassenden Spendenfreudigkeit konnten wir 2010 weniger Tiere
als im 2009 kastrieren, wie es folgende Zahlen zeigen:
2009 waren es noch über 360 Hunde und Katzen, 2010 insgesamt 211,davon
Hündinnen: 28
Rüden: 19
Katzen: 110
Kater: 54
Die Kosten zur Versorgung der Tiere in unserer Auffangstation in Menegata,
werden großteils von Pat und David selbst getragen, daher waren sie über
die Futterspende vom Tierschutzforum Pro K mehr als froh.
Auch für Linda ist es finanziell kaum mehr leistbar,
ihre derzeit etwa 36 Hunde artgerecht zu füttern,
von anfallenden Tierarztkosten ganz zu schweigen.
Auch hier hilft Pro K mit Geldspenden für
Kastrationen.
Die Unterbringung ihrer Schützlinge ist ebenfalls
mehr schlecht als recht, und mit einer weiteren
großzügigen Geldspende von Pro K, können wir nun
bald mit dem Neubau von etwa acht Zwingern,
beginnen.
Eigentlich wollten wir noch vor dem Jahreswechsel
die Zwinger und Ausläufe fertig haben, aber der viele
Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung.
Es war nicht möglich, das Baumaterial auf dem
schlammigen Boden mit dem Traktor den Berg hoch zu transportieren.
Wir hoffen aber, demnächst über die Bauarbeiten berichten zu können.
Da es noch an Geld für die Überdachung fehlt, so sind wir natürlich für jeden Euro
und Cent dankbar, der gespendet wird.
derzeitiger Zustand der Zwinger und Ausläufe auf Lindas Gelände






Auch über jede Futterspende würden wir uns freuen.
Wohin Sie diese in Deutschland oder Österreich bringen können,
finden Sie auf der HP von Pro K unter
http://www.tierschutz-prok.de/team-pro-k/
Wir suchen natürlich auch dieses Jahr ein gutes
Zuhause oder Pflegestellen für unsere Schützlinge.
Leider wird dieses Jahr die Vermittlung zusätzlich
dadurch erschwert, dass Kefalonia nicht direkt aus
Deutschland mit dem Flugzeug erreichbar ist.
Unsere dringende Bitte an alle, die ihren Urlaub
auf der Insel verbringen
und im Auto oder Wohnmobil noch einen Platz
für einen Hund haben,
bitte melden Sie sich bei
Claudia Stellatou, stel-vas@otenet.gr
oder Marina Muller crowhouse@live.ie
oder beim Team von Forum Pro K. Auch sind Flugpaten, die von Zakynthos nach
Deutschland fliegen, immer willkommen.
Neuigkeiten aus Kefalonia
• „Wer Mensch sein will, muß sich seiner Verantwortung für die Tiere
bewusst sein.
Wir haben die Pflicht, unsere Stimme für die Sprachlosen zu erheben.“
Fritz Muliar, österreichischer Schauspieler

Einige unserer Glückspilze im vergangenen Jahr:







Es ist vielleicht nicht die Welt, ein Tier zu retten,
aber für dieses eine Tier ist es ein ganzes Leben.
Wir bedanken uns bei unseren Freunden, Helfern und Spendern,
denn nur so konnten wir auch 2009 unsere Tierschutzarbeit leisten
und wünschen allen eine schöne Adventzeit.
Die Anzahl der Straßenhunde in Griechenland wird auf etwa 300.000 geschätzt,
die der Katzen liegt sicherlich höher.
Bedenkt man, daß eine weibliche Katze und ihr Nachwuchs innerhalb von sieben Jahren
für die Geburt von bis zu 420.000 Katzen verantwortlich ist und eine Hündin
und ihre Nachkommenschaft in 6 Jahren bis zu 67.000 Hunde gebärt,
so versteht man, welch wichtige Rolle die Kastration von Straßen- aber auch von
Haustieren, spielt.
Private Tierschutzvereine stehen angesichts der riesigen Zahlen, vor einem schier
unlösbaren Problem und sind auf staatliche Hilfe angewiesen.
Derzeit existiert diese aber so gut wie nicht, da die für den Tierschutz verantwortlichen
Gemeinden unter ständigem Geldmangel leiden.
Noch vor einigen Jahren konnten Kastrationsaktionen mit Hilfe freiwilliger Tierärzte
aus anderen EU-Mitgliedsländern durchgeführt werden, wobei das Budget der
Tierschutzvereine sehr entlastet wurde und viele Tiere kastriert werden konnten,
auch in Gegenden, wo es keine praktizierenden Tierärzte gibt. Leider behindert
seit geraumer Zeit die griechische Tierärztekammer diese Initiativen, indem sie
keine Arbeitsgenehmigungan Tierärzte aus anderen EU-Staaten, erteilt,
obwohl es entsprechende Richtlinien gibt ( 78/1026/EWG)
Daher sind alle privaten Tierschutzorganisationen weiterhin auf Ihre Unterstützung
angewiesen,
um die schwierigen Aufgaben vor Ort, so gut wie möglich bewältigen zu können.
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Spendern bedanken, die unsere Tiere
auch jetzt, trotz Wirtschafts-und Finanzkrise, nicht vergessen haben.
Erreichtes 2008 und Vorsätze für 2009 : Im vergangenen Jahr wurden mit unserer Hilfe
ca. 290 Katzen und Hunde kastriert. Diese Zahl wollen wir wieder erreichen
oder wenn möglich, übertreffen.
Ca. 30 Hunde fanden in Österreich, Deutschland und der Schweiz ein neues Zuhause,
auch einige Katzen hatten das Glück, ein neues Zuhause zu finden.
Diese Zahl mag zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, wir sehen es trotzdem
als einen Erfolg an, denn angesichts des Erlasses des früheren stellvertretenden
Ministers fuer landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährung,Kiltidis,
wird die Ausfuhr ehemaliger herrenloser Tiere sehr erschwert, wenn nicht sogar
unmöglich gemacht
(siehe Rubrik „Aktuelles“ /Pressemeldung Kiltidis).
Auf jeden Fall hat sich für jedes einzelne dieser Tiere ihr Schicksal
zum Guten gewendet.


Aber auch verletzte und kranke wurden behandelt und viele konnten
im letzten Moment vor dem Vergiftungstod gerettet werden.
2008 gab es natürlich auch viele Rückschläge und
Trauriges, unsere Devise lautet jedoch:
„Wir geben nicht auf, denn Probleme sind da,
um bewältigt zu werden.“
So wie Woody
(siehe Aktuelles/Einwanderer auf vier Pfoten
und Woody, eine Erfolgsstory), wollen wir uns im
Eiltempo an die Arbeit machen !

Häufigere Aktualisierung unserer Homepage steht ebenfalls auf dem Programm,
vor allem die der Seite“Zuhause gefunden“ – da leider auch einige Archive
verlorengegangen sind, bitten wir die Besitzer unserer ehemaligen Schützlinge,
die noch nicht auf dieser Seite zu finden sind, uns Infos und Fotos zu schicken.
Wir freuen uns aber auch auf neue Fotos all jener, die bereits auf dieser Seite
abgebildet sind.

„Es gibt nichts Trostloseres als nur für sich zu leben.“
Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien
In diesem Sinne
Ihr Team von „Kefalonia Animal Trust“
Der folgende Bericht zeigt, wie Hunde aus dem Süden das Leben ihrer Besitzer
bereichern können. Wir hoffen, noch viele Geschichten dieser Art, auf unserer
Homepage zu veröffentlichen.
Wieso Hunde aus Griechenland!
Eigentlich hatten wir 2003, nach einer mehrjähriger Hundepause uns einen Rassehund
anzuschaffen wollen, nachdem wir fest gestellt haben, dass die Züchter Preise
verlangten, die wir nicht bereit waren zuzahlen (obwohl wir dies könnten)
und man noch nicht einmal
den Welpen selber aussuchen durfte, war dass Interesse sehr schnell verflogen.
Auch haben wir in den örtlichen Tierheime uns umgesehen, dort gab es leider
nur Problemhunde.
Da wir in diesem Jahr unserem Urlaub für Kreta bereits geplant und gebucht hatten
und auch hörten, dass Hunde nicht gerade einen hohen Stellenwert in
Griechenland haben, waren wir uns einig, uns dort ein Tierheim in Kreta mal an zusehen.
In Kreta hat uns die Reiseleitung von Neckermann und freundlicherweise die Adresse
von einem Tierheim in Malia organisiert. Mit dem auch Kontakt hergestellt und
einen Besuch vereinbart hatten. Bei dem Besuch ist uns sofort auf gefallen,
mit welcher Freundlichkeit und ohne Aggressivität uns die vielen unterschiedlichen
Hunde dort empfangen haben. Auch ein Rudel Welpen, ist uns entgegen gestürzt.
Wie dass Schicksal so wollte, sass kurze Zeit später einer Colliemix Welpenhündin
bei meiner Frau auf dem Schoss und nun 5 Jahre später sitzt diese Hündin inzwischen
eine Hundedame, zwar nicht mehr auf dem Schoss, sondern bei uns in Deutschland
auf der Couch. Dank dem Engagement von Fr. Gayner vom Tierheim Malia,
haben wir sie bei unserer Heimreise mitnehmen können, sie durfte sogar mit Ihrer Box
in den Passagierraum, die Heimreise hat alles supergeklappt.
Da wir mit Filou so tolle Erfahrungen gemacht haben, wollten wir auch noch einem
zweiten Griechischen Hund ein schönes Zuhause geben. Da kein Griechenland
Urlaub anstand, haben wir uns im Internet umgesehen. Nur dieses mal wollten wir uns
kein Welpen, sondern ein Junghund zu legen und da Filou mittlerweile Colliegrösse
erreicht hatte und auch ein grösserer Hund sich auch mal durchsetzen kann.
Beim stöbern auf Griechentierheimseiten, sind wir dann auf Merlin
(der damals noch Fivos hiess) gestossen, von dem Tierheim K.A.T. in Kefalonia,
ein etwas kleiner Berner Sennenmix ein ½ Jahr alt, den meine Frau bereits auf den Bild
in ihr Herz geschlossen hatte, so mal Berner ihre Traumhunde sind.
Dank einer Flugpatin und einer netten Damen die Merlin
vom Flughafen München nach Stuttgart gebracht und
Frau Stellatou die es geschafft hat, ausserdem der
Touristenzeit im Februar, Merlin ein neues Zuhause
zugeben.
Vorauf wir auch nach 4 Jahren noch dankbar sind.


Beide sind Klassehunde, wie für die meisten Griechenhunde üblich ein tolles
Sozialverhalten haben, sehr gehorsam sind und sehr leicht zu erziehen.
Trotzdem sind beide unterschiedlicher wie kaum sein können, Filou, intelligent,
Kopfarbeiter, Hütehund, lauffaul und Merlin, denkfaul, dafür joggt er für sein Leben gern.
Für uns sind es die besten Hunde die wir bekommen konnten, für uns ist es ein Rätsel
wie die Menschen soviel Geld für Rassehunde ausgeben können, obwohl in ganz
Südeuropa, so viel tolle Hunde ein Zuhause zu suchen.
Mittlerweile haben wir sogar 2 weitere Hunde aus Kreta aufgrund unserer Vermittlerung
ein neues Zuhause in Deutschland gefunden, auch sind diese Besitzer voll des Lobes.
Ein weiterer Grund, dass wir uns für Griechische Hunde entschieden haben,
als wir gesehen haben mit welchem zeitlichen, persönlichen finanzellen
Engagement und vielen örtlichen Hindernisse die Menschen z.B. in Griechenland
die Tierheime ohne oder kaum staatliche Mittel betreiben. Diese Menschen haben
ein Recht, dass ihre Tiere ein schönes Zuhause finden, wo diese erwünscht sind.
Uwe u. Christine Bachmann